Gesendete Hilfe:

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Norddeutsch Ukrainischer Hilfsstab

Pressemitteilung - 19.03.22

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Pressemitteilung zur aktuellen Lage in der Ukraine und zum Stand der Hilfsmaßnahmen

Das Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg und der Ukrainische Hilfsstab informieren täglich über die aktuelle Lage in der Ukraine und berichten über Entwicklungen der Hilfsaktionen vor Ort:

I. Aktuelle Lage in Ukraine

Russlands Truppen haben bereits über 500 Schulen in der Ukraine zerstört oder beschädigt. 112 Kinder wurden seit dem Start der Invasion getötet. Weitere 140 wurden verletzt. Die russischen Truppen nehmen keine Rücksicht auf Kinder, Frauen und Zivilisten. Bewusst werden zivile Gebäude beschossen. Mehr noch als militärische. In Luhansk sind bereits über 100,461 Menschen ohne Elektrizität. Russische Truppen blockieren immer wieder humanitäre Korridore. Menschen können nicht evakuiert werden und Lebensmittel- sowie Medizinlieferungen erreichen die leidende Bevölkerung der belagerten Städte kaum. Nach Angaben der UN sind bereits 6,5 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer innerhalb des Landes vertrieben worden. 3,2 Millionen haben das Land verlassen. 

Russische Soldaten verwüsten Dörfer, nachdem sie sie ausrauben und Verbrechen gegen ihre Einwohner verüben. Die Versorgung der russischen Armee findet über Belarus statt. Dort werden die Invasoren mit Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie ausgestattet. 

Russland nutzt die Friedensgespräche, um seine Truppen neu zu formieren und neue Angriffswellen zu planen. Der ukrainische Präsident ruft die russische Regierung dazu auf, ernsthaft an den Gesprächen teilzunehmen. 

Die ukrainische Armee versucht weiter, den Aggressor zurückzuhalten. Die Verluste des Feindes steigen stetig, doch die Situation bleibt weiter angespannt. Die Ukraine benötigt dringend weitere Defensivwaffen und eine Versorgung von Munition und Abwehrraketen. Der Himmel bleibt weiterhin der schwächste Punkt der ukrainischen Verteidigung. Täglich fallen hunderte Bomben auf dem gesamten Gebiet der Ukraine auf unschuldige Menschen nieder. Seit Kriegsbeginn wurden 1,403 Luftangriffe registriert. Heute begann die russische Armee damit, „Fallschirmschalen“ einzusetzen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabes, handelt es sich hierbei um eine brutale Art einer Luftwaffe, die bereits in der Luft explodiert und in hunderte tödliche Projektile zerspringt. Auch eine Hyperschallrakete wurde in der Region Iwano-Frankiwsk eingesetzt. 

In den letzten Tagen hat die russische Führung weiterhin eine Politik gestaltet, welche die Russen gegen die “äußeren Feinde”, wie die Vereinigten Staaten, den kollektiven Westen und die Ukraine, aufbringen soll.

Ein markantes Beispiel war das Konzert zum Jahrestag der „Rückkehr der Krim“, das unter dem absurden Motto „Für Frieden ohne Nazismus“ stattfand. 

Die breite Unterstützung für Putin in der russischen Bevölkerung, bestätigt, dass die Menschen der Kreml-Propaganda positiv gegenüberstehen und bereit sind, selbst absurden Behauptungen Glauben zu schenken. So z.B., dass die Ukraine Russland mit der Produktion von Atomwaffen gedroht hat und mit US- Unterstützung biologische Waffen für den weiteren Einsatz gegen Russland hergestellt habe. Auch wenn, ein Teil der russischen Bevölkerung diesen Krieg nicht unterstützt, so steht die Mehrheit der Russinnen und Russen hinter Putin.

II. Aktuelles aus dem Hilfsstab

Am heutigen Tag wurde ein kleiner Meilenstein, in der Hilfe für die Ukraine erreicht. Über den Ukrainischen Hilfsstab startete der 100. LKW, beladen mit Hilfsgütern, in die Kriegsgebiete der Ukraine. Auch die Zahl von ca. 275.000€ Geldspenden, haben diese Transporte möglich gemacht. Der Hilfsstab möchte sich herzlich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben. 

Dennoch darf die Öffentlichkeit nicht aus den Augen verlieren, dass die Lage in der Ukraine so dramatisch ist wie noch nie zuvor. Eine Hungersnot steht unmittelbar bevor und humanitäre Hilfe muss dringend weiter ausgebaut werden.

 

III. Forderungen

Der UN-Generalsekretär, Antonio Guterres machte heute deutlich, dass das Risiko einer Massenhungersnot und einer Lebensmittelkatastrophe, aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine, sehr hoch ist. Die ganze Welt ist betroffen, wenn dieser Krieg nicht in nächster Zeit beendet wird. Um dies zu verhindern, müssen die Sanktionen gegen Russland verstärkt werden. Ein volles Embargo gegen die Russische Föderation ist der einzige Weg, die russische Finanzierung des Krieges durch ausländische Devisen zu unterbinden. 

Die Kriegsführung Russlands wird immer brutaler. Der Einsatz unmenschlicher Waffensysteme kostet hunderten Ukrainerinnen und Ukrainern das Leben. Russland muss für diese terroristischen Verbrechen umgehend aus allen internationalen Einrichtungen ausgeschlossen werden, sowie aufgrund seiner Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt. 

Wir fordern die deutschen Medien auf, ihre Berichterstattung weiterhin mit Bedacht auf ihre große Verantwortung wahrzunehmen. Für ukrainische Städte sollte auch die ukrainische Transkription verwendet werden. Wir kritisieren stark, dass die Tagesschau, als eines der wichtigsten Telemedien, noch russische Transkription verwendet, wie z.B. „Kiew“ statt ukrainisch „Kyjiw“. Durch die Wahl dieser Begriffe, welche unter russischer Unterdrückung der Ukraine aufgezwungen wurden, sind die Medien der verlängerte Arm der russischen Propaganda, welche ihren Angriff durch eben diese frühere Zugehörigkeit rechtfertigt.

Aufgrund von Hackerangriffen kann es weiterhin zu Störungen der offiziellen ukrainischen Regierungsseiten und Emails kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

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