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Die Geschichte der ukrainischen Displaced Persons im Fokus: Rückblick auf einen Themenabend in Hamburg
Am 12. Februar 2026 fand im JoLa Stadtteilraum (Hamburg-Neugraben) der Themenabend „Ukrainische Displaced Persons in Hamburg und Süderelbe nach 1945“ statt. Die Veranstaltung widmete sich wenig bekannten Aspekten der ukrainischen Präsenz im Nachkriegsdeutschland.
Zu Beginn begrüßten die Organisatoren die Gäste und betonten die Bedeutung der Bewahrung lokaler Erinnerungskultur sowie des interkulturellen Dialogs. Der Abend brachte interessierte Anwohnerinnen und Anwohner, Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Community sowie alle zusammen, die sich intensiver mit dem historischen Kontext erzwungener Migration auseinandersetzen wollten.
Referent des Abends war Dr. Jan-Hinnerk Antons, Professor für Transnationale Geschichte. In seinem Vortrag präsentierte er Ergebnisse langjähriger Forschungen zu ukrainischen Displaced Persons (DP), die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Lagern auf dem Gebiet Deutschlands aufhielten, insbesondere im Raum Hamburg-Neugraben und Süderelbe.
Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die Lebensbedingungen ukrainischer DP in der unmittelbaren Nachkriegszeit, in die Organisation der Lager, in Formen der Selbstorganisation der ukrainischen Gemeinschaft sowie in Bildungs- und Kulturinitiativen. Zudem wurden mögliche Emigrationswege in andere Länder thematisiert. Ein besonderer Fokus lag auf der lokalen Perspektive und der Frage, wie die ukrainische Präsenz das soziale und kulturelle Leben der Region prägte.
Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Gäste stellten Fragen zu Archivquellen, zu familiären Erinnerungsgeschichten und zogen Parallelen zwischen den Erfahrungen der DP nach 1945 und der heutigen erzwungenen Migration infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Gespräche zeigten, wie aktuell Fragen von Erinnerung, Integration und Identität bis heute sind.
Die Veranstaltung fand in einer offenen und interessierten Atmosphäre statt und stellte einen wichtigen Beitrag zur vertieften Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte Hamburgs und der ukrainischen Gemeinschaft dar.